ABM - AEMI  gefangene Angehörige - angehörige Gefangene

von dem - in dem - nach dem - während dem Straf- und Massnahmenvollzug

 
 


             

JVA Pöschwies organisierte Unmenschlichkeit 

Was eine Mutter erzählt
Als mein Sohn in Haft kam, wusste ich nicht wo er hingebracht wurde und niemand war bereit mir Auskunft zu geben. Als ich dann den Aufenthaltsort erfuhr, sagte man mir, dass ich unerwünscht sei. Mein Sohn war 18 Jahre alt. Unerwartet erreichte uns dann die Nachricht von seinem Aufenthalt im Spital. Auch dort wollte die Justiz-behörde uns weismachen, dass wir nichts bei ihm zu suchen hätten. Dies obwohl er im Koma war, nachdem er an fast 50% seiner Körperoberfläche Verbrennungen 3. Grades aufwies. In Panik und Not hatte er seine Zelle in Brand gesetzt. Der zu-ständige Psychiater hatte ihn 2 mal exploriert und als hafterstehungsfähig beurteilt. Die Ärzte des USZ informierten uns freundlich. Noch verwundet wurde er wieder zurück in Haft verlegt. Mittlerweile sahen unsere Kontakte so aus. 1 Stunde Besuch pro Woche hinter der Trennscheibe über 18 Monate. Danach wurde er ins Mass-nahmenzentrum verlegt wo er jetzt mit uns telefonieren kann, wir mit ihm aber nicht. Für 8 Personen steht 1 Telefon zur Verfügung in der Zeitspanne von 17 Uhr bis 22 Uhr. Ein Besuch ist alle 2 Wochen für 1 1/2 Stunden in einem Besucherzimmer möglich, indem in der zweiten Hälfte des Besuchs noch ein weitere Insasse seine Leute empfangen kann. Mein Sohn ist mittlerweile seit 8 Jahren in Behandlung inhaftiert, behandeln will man seine Persönlichkeitsstörung.

 
 


 

 

 





 

Was eine Ehefrau erzählt

Mein Mann hatte in einem akut psychotisch schizophrenen Zustand eine Person schwer verletzt. Wäre ich nicht zwischen die Waffen der Polizei und ihn gestanden, wäre er vielleicht tot und einige andere auch. Es wurde mir gesagt, dass kein Kontakt mit ihm in der U-Haft möglich sei. In grosser Sorge um ihn ergab meine rechtliche Abklärung, dass das nicht so sei. Was mir der Untersuchungsrichter be-stätigen musste. Die behandelnden Ärzte würden darüber entscheiden ob ein Kontakt erlaubt und sinnvoll sei. Es hat 3 Monate gedauert, bis ich meinen voll-kommen mit Medikamenten verladenen Ehemann zum ersten Mal im Beisein von Ärzten und Pflegern wiedersehen konnte. Danach war über weitere 3 Monate ein Besuch möglich, 1 mal wöchentlich hinter einer Trennscheibe. Nach weiteren 3 Monaten Telefonkontakte von beiden Seiten abends pro Anruf mit max. 10 Min. Dauer bis zu max. 30 Min. Die Telefonlinie stand für 8 Patienten zur Verfügung. Für jede 10 Min. musste der Patient geholt und gebracht werden von einer Pflegeperson. Das war während 1 1/2 Jahren so. Mittlerweile war ein Besuch einmal pro Woche während 1 Stunde ohne Trennscheiben erlaubt. Bis zu seiner Verlegung ins Gefängnis, wo er nun von seiner Seite 1 Telefonat à 15 Min. pro Woche zur Verfügung hat und die Besuche an Wochenenden immer hinter der Trennscheibe stattfinden müssen, unter der Wocher alternierend mit oder ohne, eine Stunde pro Woche. Mittlerweile sind wir 2 1/2 Jahre getrennt. Mein Mann konnte nur einen Fuss aus der Haft setzen als sein Vater gestorben war, für seine Bestattung von 1 Stunde Dauer in Begleitung von 2 nicht uniformierten Polizisten. Bei notwendigen Arztbesuchen im Spital wurde er von 2 Polizisten in Handschellen den Ärzten vorgeführt., so dass er vorgab gesund zu sein um diese Tortur nicht mehr erleiden zu müssen. Behandelt wird so eine Schizophrenie.